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Present and Past Debates

Zu welchem Zweck betreiben und propagieren wir Cultural Studies
(und wozu organisieren wir unsere jährlichen Cultural Studies Conferences)?

Hans Kastendiek und Sebastian Berg

Beitrag für das 11. Treffen des Arbeitskreises "British Cultural Studies in den Neuen Bundesländern" am
12. 1. 2002 in Berlin (Fassung vom 15. 1. 2002)

Eine Kernthese...

Die im November 2001 gegründete Cultural Studies Association (e.V.) ist eine broad church. Sie wird nur dann etwas bewirken, wenn wir ihren pluralistischen Charakter bewahren und stärken. Dies aber setzt voraus, dass wir uns unserer gemeinsamen Ziele bewusst bleiben und unsere unterschiedlichen Interessen klar benennen und open-minded austragen.

... und dreizehn (!) Thesen

I. British Cultural Studies und Anglistik

1. Unsere gemeinsamen Ziele beziehen sich auf eine Erweiterung der bisherigen Forschungs- und Lehrinhalte der deutschen Anglistik um kulturwissenschaftliche Problem- und Fragestellungen, Inhalte und Themen, Theorien und Methoden. Dabei lassen sich jedoch recht unterschiedliche fachliche und fachpolitische Orientierungen beobachten: Cultural Studies werden verstanden als

(1) ein innovativ-ergänzender Ansatz der Literatur- und Sprachwissenschaft,
(2) eine neue Teildisziplin der Anglistik und
(3) ein Teil einer neuen Teildisziplin.

2. Nach dem ersten Verständnis werden die beiden traditionellen Säulen der Anglistik neu abgestützt oder neu fundamentiert. Das zweite und dritte Verständnis von Cultural Studies gehen von einer anderen Architektur des Faches aus: Beide postulieren eine erweiterte Gegenstands- und Untersuchungsstruktur, mit der sich eine "dritte Säule" der Anglistik herausbildet.

3. Im zweiten Verständnis wird mit den Cultural Studies der Gegenstandsbereich des Faches um kulturelle Praxen erweitert, die zuvor nicht zu seinem Lehr- und Forschungs- feld zählten (z. B. Media Studies, Pop Cultures). Sie werden zwar z. T. mit einem philologischen "Instrumentarium" bearbeitet, führen aber auch zur Übernahme und Erprobung theoretischer Konzepte und methodischer Herangehensweisen anderer Disziplinen (z. B. Kulturgeschichte und Kultursoziologie).

4. Im dritten Verständnis werden die Cultural Studies als ein äusserst wichtiges inhaltliches, theoretisches und methodisches Komplement der historisch-sozialwissen- schaftlichen GB(etc.)-Studien gesehen (und vice versa !). Kultur- und Sozialwissenschaft werden als zwar verschiedene, aber aufeinander angewiesene Wahrnehmungsweisen von und Denkweisen über Gesellschaft (!) verstanden.

5. Die Unterschiede der drei Orientierungen lassen sich sehr plastisch an der "Landeskunde-Frage" verdeutlichen: Im ersten Verständnis kommt der Landeskunde allenfalls die Aufgabe einer "angewandten Sprachpraxis" zu; im zweiten wird Landeskunde entweder durch Cultural Studies ersetzt oder weiterhin mit der Vermittlung der ungeliebten, aber auch nicht ganz verzichtbaren "facts and figures" betraut. Im dritten Verständnis wird die herkömmliche Landeskunde durch GB(etc.)-Studien auf einer kultur- und sozialwissenschaftlichen Grundlage abgelöst.